| Boden- und Grundbesitz | Volkseigentum an Grund und Boden verhinderte Spekulationsgeschäfte, wenige Zugangsbeschränkungen (z.B. an Uferbereichen von Gewässern) | Fehlende persönliche Beziehung führte in vielen Fällen zu einem nachlässigen Umgang mit Grund und Boden (z.B. bei Abfalldeponien oder in der Landwirtschaft) |
| Häuser und Wohnungen | Mieten sehr billig, Immobilienpreise durch staatliche Vorgaben niedriggehalten, keine Grundstücksspekulation | Verfall von Mietshäusern in Innenstädten, Neubauten an den Stadträndern stereotyp, Privatbesitz von Eigenheimen unerwünscht, Erwerb von Immobilien durch „Otto-Normalverbraucher“ nahezu unmöglich |
| Straßen | keine Mautgebühren | Katastrophaler Zustand der Straßen und Autobahnen |
| ÖPNV | Deutsche Reichsbahn fuhr noch auf vielen heute stillgelegten Nebenstrecken | Veralteter Zug- und Wagenpark, hoher Nachholbedarf bei der Instandhaltung der Gleistechnik, verfallende Bahnhöfe |
| Industrie | Volkseigentum an allen größeren Betrieben unterbindet Wirtschaftsvergehen, vergleichsweise milder Leistungsdruck (sozialistischer Wettbewerb) | Zentralgesteuerte Planwirtschaft verhinderte schnelle Reaktion auf neue Bedürfnisse des Marktes und unterdrückte die Eigeninitiative, oft unterblieben erforderliche Investitionen, dadurch zunehmend maroder Kapitalstock |
| Handwerk und Gewerbe | Handwerker wie Elektriker oder Klempner arbeiteten in Produktionsgenossenschaften des Handwerks (PGH), Gärtner in Gärtnerischen Produktionsgenossenschaften (GPG) zusammen | Keine Gewerbefreiheit, Handwerkerleistungen Mangelware |
| Landwirtschaft | Bauern arbeiteten in den Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) zusammen, die von Agrochemischen Zentren (ACZ) und Kreisbetrieben für Landtechnik (vormals Maschinen-Traktoren-Stationen, MTS) unterstützt wurden | Industriemäßige Tier- und Pflanzenproduktion (Großflächenbearbeitung / riesige Tierställe) mit erheblichen Umweltbelastungen (Überdüngung und Pestizid-/Herbizideinsatz), Angebotslücken bei landwirtschaftlichen Produkten, z.B. Obst und Gemüse |
| Energie | Niedrige Energiepreise | Braunkohle ist wichtigster Energieträger, störanfällige Elektroenergie- und Gasversorgungsnetze |
| Bildung und Erziehung | Kinderkrippen- und Kindergartenplätze in hoher Zahl vorhanden, billige Kita-Gebühren, keine Schulgebühren, keine Studiengebühren an Hochschulen und Universitäten | |
| Gesundheitswesen | Ungehinderter Zugang zu Gesundheitsvorsorge und Krankenbehandlung für alle DDR-Bürger | Westliche Arzneimittel und Medizintechnik nur in Ausnahmefällen verfügbar |
| Umwelt | geringe Zersiedlung der Landschaft | Sehr hohe Belastung der Grund- und Oberflächengewässer, regional sehr hohe Luftverschmutzung, sämtliche Arten von Abfällen durften deponiert werden, Deponien auch für Abfälle aus dem „Westen“ geöffnet, Geheimhaltung der Umweltdaten |
| Wasserwirtschaft | Niedrige Wassergebühren, Trinkwasserversorgung der Bevölkerung hat Priorität | Unzureichende Instandhaltung der Trinkwasserversorgungsnetze, dadurch hohe Netzverluste, hoher Fehlbedarf an Kläranlagen |
| Banken und Börse | Banken befinden sich in der Hand des Staates, dadurch keine riskanten Bankgeschäfte | fehlender Zugang zum internationalen Kapitalmarkt, „weiche“ Währung, Devisenknappheit |
| Kultur | Viele Kulturveranstaltungen auch in der „Provinz“, Tickets für Kulturveranstaltungen sehr billig, angebotene Inhalte orientieren sich nicht nur am Zeitgeschmack, sondern verfolgen teilweise auch erzieherische Aspekte | Abschottung vom Kulturbetrieb im „Westen“ |
| Lebensmittel | Lebensmittel des täglichen Bedarfs sehr billig | Angebotspalette insgesamt sehr dürftig (es fehlte z.B. an Südfrüchten, Gemüse, Fisch und höherwertigen Käsesorten sowie Fleisch- und Wurstwaren) |
| Kleidung | Baby- und Kindersachen sehr billig | Modisch nicht immer auf dem neuesten Stand, eingeschränkte Angebotspalette |
| Konsum- und Haushaltstechnik | Lange Lebensdauer | Überteuert, weil technische Konsumgüter i.d.R. als Luxusgüter galten, schmale Angebotspalette (kaum Konkurrenzprodukte), oft auch technisch veraltet, Wartezeiten für einige Produkte (z.B. Farbfernseher) |
| Autos | | Überteuert, weil Autos als Luxusgüter galten, lange Wartezeiten (10 Jahre und mehr), wenige Marken, technisch veraltet |
| Reisen, Sport und Freizeit | Umfangreiches Angebot für Freizeitsportler, geringe Kosten | Stark eingeschränkte Reisemöglichkeiten, Doping im Hochleistungssport, eingeschränktes Angebot für Sport- und Freizeitbeschäftigungen mit hohen Ansprüchen an die Ausstattung (z.B. Segeln) |